Montag, 1. Mai 2017

RSUKp Unterfranken: Tagebuch einer RSU-Grundausbildung mit ungedienten Freiwilligen ("AGAnauten")



Vielen Dank an den Verfasser (oder die Verfasserin?) dieses sehr gelungenen Berichtes, der gleichzeitig einer der ersten seiner Art, heißt aus dem Blickwinkel eines "AGAnauten", sein dürfte - klasse! Danke auch an die Kompanieführung für die Freigabe und den Überbringer dieses Beitrages, Kamerad HFw d.R. Robert Geitz!
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RSU Soldat in Wolferstetten/Külsheim

Tagebuch einer RSU Grundausbildung mit ungedienten Freiwilligen

24. März bis 26. März, drei Tage Übungsdorf Wolferstetten/Külsheim…..

... drei Tage voll mit Ausbildungsinhalten und wenig Schlaf, Hetze und ständiger Anspannung. Naja, wenigstens passt das Wetter: Drei Tage Sonnenschein bei annehmbaren Temperaturen, aber ein kalter Ostwind ist angesagt, also: warm anziehen! Hat der Zugführer auch schon mitgeteilt, in seinem Verpackungsplan, den er jedes Mal per eMail vorher schickt.

Zum Übungsplatz Külsheim kam die Kompanie – wie man mir erzählt hat - wie die Jungfrau zum Kind: In Hammelburg und Wildflecken ist die Kompanie in der Vergangenheit wegen Bedarfs durch die aktive Truppe zu oft kurzfristig rausgeflogen. Das hieß, geplante und vorbereitete Übungsvorhaben verschieben oder gar absagen. Da hatte unser RSU-Feldwebel eine Idee: „Bei Wertheim, da liegt ein Übungsplatz, den kenne ich aus meiner Zeit in Hardheim bei den Sicherern, der hat alles was wir brauchen: ein Übungsdorf, Biwakräume, eine Standortschießanlage aber auch Gefechtsschießbahnen, eine Hindernisbahn, eben wirklich alles, was wir brauchen.“ Also ist die Kompanie seit dem Jahr 2016 fast immer zu Übungsvorhaben dort.

Ich bin ein fiktiver Jäger, der seine Grundausbildung als ungedient und freiwillig Reservedienstleistender – der Zugführer nennt uns AGAnauten – bei der RSU-Kompanie Unterfranken angetreten hat. Zwischenzeitlich sind wir mehr als ein Dutzend, Männer und Frauen. Ich habe mir gedacht, dass ich einmal aus meiner Sicht über die letzte Übung berichte, damit andere Interessierte sehen, was so auf einen zukommen kann. Grundlegende Informationen kann ein Interessierter auch unserer Homepage/Infoseite entnehmen. Wir „Üben“ ca. 4 x im Jahr an den Wochenenden. Hier ein Einblick auf die erste Übung 2017 im März. Die Teilnahme sollte schon Regelmäßig/Zuverlässig sein, um am Ende das Ziel, Abschluss der AGA, zu gewährleisten.
 


 
Also los geht’s :
Anreise mit Privat-Kfz direkt auf den Übungsplatz, danach Einschleusen und Beziehen der Unterkünfte. Diese sind in Wolferstetten/Külsheim eher spartanisch: 6-Mann-Stuben, wenn man Glück hat, eher mehr Menschen in einem Raum, der kaum größer ist als ein durchschnittliches Jugendzimmer. Dahinein muss aber auch all unser Gerödel (Ausrüstung) und man braucht auch noch Platz zum Durchlaufen, Umziehen, Nachbereiten usw. Luft zum Atmen bleibt da manchmal kaum ... Dafür ist es einigermaßen warm. Die Toiletten sind über dem Hof, unser Zug muss sogar zu den Duschen in das Nachbargebäude. Diese sind aber sauber und warm. Echtes Feldlagerleben halt, wie man es sich vorstellt.

Kaum ist alles verstaut, geht es schon los mit Fertigmachen, Antreten und Befehlsausgabe. Der Kompaniechef gibt wie immer – nach einer kurzen Begrüßung – den Tagesbefehl aus. Heute: ABC- und Fernmeldeausbildung. Die guten Geister der Kompanieführung haben wie immer alles perfekt vorbereitet. Die rödeln (arbeiten) schon seit zwei Tagen: Übernahme und Transport des Materials, Übernahme des Übungsraumes und der Unterkünfte. Während der Übung sorgen sie für Verpflegung und Marketenderwaren: Mamis Beste, halt! Und nach der Übung haben die auch noch zu tun. Man unterschätzt oft den Anteil der Versorgungs- und Führungsdienste an einer gelungenen Übung.

Auf der Ausbildungswiese geht es dann sofort los: ABC : BAS-Stufen, Aufziehen der Schutzmaske, An- und Ablegen des Overgarment, alles zunächst in Einzelschritten, danach im Zusammenhang und dann auf Zeit! Da kommt man schnell ins Schwitzen. Ist auch gut so, denn der Ostwind ist – trotz Sonnenscheins – verdammt kühl! Nach Stationswechsel: Fernmeldeausbildung. Wie vorher auch: Vormachen – Erklären – Nachmachen – Üben. Das klassische Ausbildungsprinzip der Bundeswehr. Natürlich immer von leicht nach schwer, von speziell nach allgemein; hier: Inbetriebnahme SEM 52S und SEM 70, Funkbetriebssprache, Authentifizierung. Das alles geht nach insgesamt 6-stündiger Intensivausbildung schon ganz gut. Ich hoffe ich kann alles bis zur nächsten Übung im Kopf behalten. Aber der Zugführer hat ja eine Lernmappe erstellt, in der das meiste steht. Ansonsten gilt: Übung macht den Meister! und: Eine Übung ist keine „Könnung“, sonst würden wir ja nicht üben! Das sagen die so, aber ich glaube die erwarten schon, dass ich jedes Mal ein bisschen besser werde.


 

Damit ist der Freitag soweit geschafft. Mit Einbruch der Nacht noch ein wenig Vorbereitung der Ausrüstung für morgen und noch einen „Gute-Nacht-Tee“ am Lagerfeuer.
Apropos Lagerfeuer: In unserer Kompanie ist, wenn es der Ausbildungsplan zulässt, abends immer wieder die Gelegenheit sich zusammenzusetzen und auszutauschen. Meistens brennt dann auch ein Feuer. So haben alle Kompanieangehörigen die Gelegenheit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Für uns Frischlinge (Ungediente) ist dies der perfekte Rahmen, von den „alten Hasen“ den ein oder anderen Tipp zu bekommen, aber auch unseren Vorgesetzen im lockeren Rahmen Fragen zur Ausbildung zu stellen: Kameradschaft ist was wert, wenn sie gelebt wird.



Am nächsten Morgen wecken, natürlich viel zu früh: Hektisches Waschen und Anlegen der Ausrüstung, danach in der Morgendämmerung Marsch zur Standortschießanlage. Die ist eigentlich nur 500 m Luftlinie entfernt. Unser Zugführer lebt aber nach dem Motto von Emil Zatopek: „Vogel fliegt – Fisch schwimmt – Mensch läuft.“ Also verlegt der erste Zug mit 8-Sitzern zur Schießanlage um aufzubauen, wir, der zwote Zug, marschieren über raubereifte Wiesen und durch lichte Waldstücke in Schützenreihe und –rudel auf Umwegen dorthin. Dazwischen immer wieder „Stellung!“ und Rundumsicherung, so lernen wir das Gelände für uns zu nutzen und möglichst ungesehen von A nach B zu gelangen. Ist wichtig, wird uns gesagt. 




Auf der Schießbahn dann Frühstück: Heißer Kaffee und Brötchen, das tut gut, denn wir sind schon wieder etwas ausgekühlt und natürlich hungrig. Bei der Bundeswehr isst man nicht, wenn man Hunger hat, sondern dann wenn es eine Gelegenheit dazu gibt.

Danach Einweisung in die Schulschießübungen. Heute Pistole. Gewehr und MG hatten wir schon, hiermit ist der Reigen der Handwaffen der RSU-Kompanien für uns abgeschlossen. Bin mal gespannt.

Das Schießen verläuft eigentlich wie immer: Wenn man nicht im wartenden „Rennen“ steht, Parallelausbildung. Heute: Formalausbildung, d.h. wie verhalte ich mich bei Meldung an einen Vorgesetzten, wie grüße ich richtig, was bedeutet „Stillgestanden!“, „Rechts um!“ usw. gepaart mit einem zweiten Teil, in dem wir beigebracht bekommen, wie man Entfernungen mit und ohne Hilfsmitteln abschätzt. Das Schießen selbst ist anfangs aufregend, mit zunehmender Dauer gewinnt man aber an Sicherheit. Am Ende des Vormittags haben alle Soldaten des Zuges ihre Grundübungen erfüllt, das Ausbildungsziel ist also erreicht. 



 

Nach Schießende Heimmarsch des zwoten Zuges (siehe oben), der erste Zug bereitet nach und verlegt dann mit Kfz zurück nach Wolferstetten. Kaum sind wir endlich nach 3 Stunden in der Unterkunft, kommt der Befehl: „Umziehen zur Sportausbildung!“ Hier ist er wieder, der Herr Zatopek! Vor dem Abendessen erkunden wir so unter Führung des Zugführers den Übungsplatz in Sportanzug und Laufschritt. Immer getreu dem Motto: „Wir gehen gemeinsam raus und wir kommen gemeinsam rein!“, macht die Kompanie ein sogenanntes GAT. Gemeinsames Ausdauertraining, auch bekannt als Gewalt-Angst-Terror, nein war nur Spass. Ist aber gar nicht so schlimm: Die Kompanie joggt in einem Block, wobei darauf geachtet wird, dass keiner überfordert wird. Im Endeffekt ein schönes Gemeinschaftserlebnis.

Nach der Körperpflege Abendessen und Tagesabschlussbesprechung am Lagerfeuer. Hat aber auch gelangt heute.




Sonntag ist dann gechillt: Nach einem späteren Frühstück, da die Truppenküche in Walldürn auch Sonntag hat, Unterricht: Karte und Kompass sowie Zeichnen von Skizzen. Zunächst ein bisschen Theorie, dann Praxis: Ablesen von Koordinaten aus der Karte, Bezugspunktverfahren, Ermitteln und Übertragen von Marsch-Kompass-Zahlen, Ansichts- und Wegeskizze, Entfernungsspinne und das Unvermeidliche Ermitteln von Entfernungen und Zielbreiten nach der sogenannten MKS-Formel. Ist eigentlich alles nicht so schwer, wenn man es sich nur merken könnte. Aber da ist ja noch die Lernmappe.

Fazit: Wie immer haben uns die Ausbilder rangenommen, körperlich wie auch geistig. Ich hätte nie gedacht, was ein kleiner Soldat, so wie ich, alles wissen muss. Aber ich packe das und es macht Spaß! In einem Jahr ist die Abschlussübung, da soll ich unter Beweis stellen, was ich alles gelernt habe in den bis dahin vergangenen zwei Jahren. Das wird schon werden, denn ich bekomme alles in kleinen Happen von den Ausbildern ordentlich vorbereitet serviert.

Alles in Allem, nichts für Weicheier, aber für jeden der eine normale Grundfitness, Disziplin, Zuverlässigkeit und Willensstärke hat, sehr gut machbar.

Bis zum nächsten Mal, dann im Biwak! Schlachtruf : Basst scho !




Wir RSUKr hoffen, dass wir auch über den Fortgang der Grundausbildung auf diese unterhaltsame Art und Weise weiter informiert werden!

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Aufgefallen:

Roderich Kiesewetter via Twitter: Türkei: "Säuberungen nach "Ermächtigung #1933" (Anm.: Wahre Worte des CDU-MdB und ehemaligen VdRBw-Vorsitzenden! Aber warum kommt diese Erkenntnis der regierenden Politik derart spät? Ich sehe das seit mindestens 2 Jahren so voraus! Und wann werden endlich Konsequenzen daraus gezogen und diese unsägliche Appeasement-Politik gegenüber der Türkei beendet!?)

... aber auch an seine Reservisten denkt der Oberst a.D. noch:

Roderich Kiesewetter via Twitter:  Dunkelfeld Bw? Dann aber auch Reserve ausleuchten! https://t.co/DFbuwTU1ML


Augen Geradeaus: Bundestags-Haushaltsausschuss billigt zusätzliche Kampfpanzer für die Truppe

Augen Geradeaus: U.S. Army plant weitere Kampfbrigade für Europa

MilitaryTimes: Pentagon: Turkish airstrikes put US forces at risk

WELT / N24: Russisches Kriegsschiff sinkt vor türkischer Küste

Bundeswehr.de: Reservisten und Unterhalt: Das ist neu, das ist wichtig

Augen Geradeaus: Lesestoff fürs lange Wochenende: Bei der Bundeswehr in Afghanistan

RAG Sanitätsdienst RLP: Simulationstraining in der Südpfalz Kaserne in Germersheim

Spiegel.de:  Nordkoreas Streitkräfte Riesenarmee, Riesenprobleme

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Montag:

Tele 5:   2015 - 2256: Rurouni Kenshin  (Samurai Action)

PRO 7:  2255 - 0205: Interstellar (SciFi)

ZDF:      2200 - 2345: Monuments Men – Ungewöhnliche Helden
                                   (Kriegsdrama)
  
Dienstag:

Arte: 2015 - 2145: Eine Blutspur durch Frankreich - Die SS-Panzerdivision "Das Reich"  (Doku)


Mittwoch: 

Tele 5: 2015 - 2205: Population 436 (Mysteriethriller)

            2205 - 0000: Cabin Fever (Horrorgroteske)


Donnerstag:

Kabel 1: 2015 - 2250: Batman

3 SAT:    2225 - 0040: Der Schakal (Thriller)

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