Sonntag, 14. Februar 2016

R.I.P. - Oberstabsbootsmann d.R. Bernd Gubernator




  
Unser lieber Kamerad Oberstabsbootsmann d. R. Bernd Gubernator ist am Samstagabend verstorben.


 
Er wäre in Kürze 63 geworden und sah eigentlich seinem verdienten Ruhestand entgegen. Zur Ruhe ist er allerdings nie gekommen, was sich auch daran zeigt, dass ihn die heimtückische Erkrankung, gegen die er letztlich den Kampf verlor, während einer Wehrübung ereilte.

 
Bernd Gubernator war, was die RSUKp Rheinland-Pfalz angeht, Mann der ersten Stunde und ZgFhr III. Zug. Seit diesem Zeitpunkt, also etwa seit 3 Jahren kannte ich ihn aus den gemeinsamen RSU-Ausbildungsblöcken und Realeinsätzen.


Unser OSB war ein Mann, aus einem Holze geschnitzt, wie es inzwischen in unserem Lande absoluten Seltenheitswert hat! Er war kein Mann der großen Worte, sondern der großen Tat. So weiß ich leider viel zu wenig über ihn, als dass ich an dieser Stelle einen auch nur halbwegs angemessen Nachruf über ihn schreiben könnte.



Was ich mit absoluter Sicherheit sagen kann, ist, dass Bernd Gubernator Kameradschaft in einem Maße lebte, wie man es sich beispielhafter nicht vorzustellen vermag. Über 40 Jahre stand er der Bundeswehr mit Begeisterung zur Verfügung - davon 12 Jahre als aktiver Marinesoldat. Er befuhr auf einem Zerstörer die Weltmeere.
Er nannte mir einmal die Anzahl der danach geleisteten Wehrübungstage. Ich bekomme es nicht mehr zusammen, aber es waren viele Hundert!



Oberstabsbootsmann Bernd Gubernator war mehrfach im Auslandseinsatz. Ich sprach ihn irgendwann einmal auf diesen inzwischen 10 Jahre alten Artikel im Volksfreund an. Er meinte in der ihm eigenen Bescheidenheit, dass das "alles maßlos übertrieben sei und er das so nie gesagt habe".
Auszug aus dem Artikel: "Nach zwölf Jahren Dienstzeit als Stabsbootsmann der Marine hat sich Bernd Gubernator in seinem Heimatort Waldweiler der Reservistenkameradschaft angeschlossen und Wehrübungen zu seinem Hobby erkoren. Seine herausragenden Leistungen und seine erstklassige Einstellung hatten sich bis in die Führungsspitze der G5 in Koblenz herum gesprochen. Gubernator entsprach genau dem Profil, nach dem die Personalabteilung der Bundeswehr suchte. Da er dazu im Zivilberuf noch Medizintechniker ist, ist er für den Auslandseinsatz in Afghanistan geradezu prädestiniert. ... "
Bernd war ein Soldat erster Ordnung. Mit jeder Handlung, mit jedem seiner eher knapp gehaltenen Worte wurde seine große Fachkenntnis und immense soldatische Erfahrung deutlich. Keine Sekunde lange hätte ich überlegt, in welches Schützenloch ich mich im Gefecht hätte werfen sollen - in das, in dem der Oberstabsbootsmann liegt.





Aber er war auch ein sehr humoriger Mann, bei dem das Herz wahrlich am rechten Fleck saß! Immer zu einem Spaß aufgelegt, immer einen markigen Spruch auf den Lippen.
Unvergessen auch seine Beiträge für diesen Blog:


Ich erwähnte es, Bernd hätte in Kürze seinen 63. gefeiert. Gleichwohl zählte er zu den fitesten Männern, die ich je kennengelernt habe. Militärische Wettkämpfe zählten zu seinen Hobbys. Und diesen kam er bis zuletzt nach. Als Mannschaftsführer trieb er 35 Jahre jüngere Kameraden vor sich her und dies stets mit sehr guten Ergebnissen.
Der OSB hat mehrmals erfolgreich an der DRM und weiteren nationalen und internationalen Wettkämpfen teilgenommen.
Er muss ein unheimlich zäher Knochen und bestes Beispiel dafür gewesen sein, wie unsinnig es ist, Reservisten lediglich aufgrund eines bestimmten, erreichten Alters, auszusortieren.


 "Schneeeifelpokal" 2013

Seinen letzten Kampf hat der Kamerad Gubernator verloren, obwohl er guter Dinge war und die Prognosen gar nicht schlecht. Die Begleitumstände, die, gerade die Bundeswehr betreffend, für die er ein Leben lang da war, ihn während seines letzten Gefechts begleiteten, waren dabei denkbar unschön! Hierzu zu einem späteren Zeitpunkt mehr.




Wir haben einen Freund und Kameraden verloren!




Es trauern die Kameraden der RSUKp Rheinland-Pfalz, der Reservistenkameradschaft Waldweiler sowie der Kreisgruppe Hunsrück-Trier des VdRBw, wo er seit 1996 Mitglied war.

Ruhe in Frieden, Bernd!



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Aufgefallen:

Bundeswehr.de: Eiswolf 2016 (Anm.: Wie ich aus unserer Facebook-Gruppen weiß, waren auch RSU-Kameraden am Start!)

Bundeswehr.de:
Lufttransport de Luxe: Mitgeflogen im A400M

ARD: Bundeswehr soll Flüchtlinge ausbilden (Anm.: Als ich vor 1 1/2 Jahren den Berater des KC wegen meines Jüngsten auf das Bw-eigene Berufsausbildungsangebot ansprach, bedeutete mir dieser recht deutlich, dass die interessanten Ausbildungen sehr nachgefragt und insofern die Chancen, da reinzukommen, gering seien. Damit war die Option Bundeswehr in diesem, unserem Fall, bereits im Vorfeld erledigt. Offenkundig hat sich die Situation jetzt aber derart gedreht, dass bestehende Überkapazitäten extern angeboten werden können!?.)

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Kommentare:

  1. Mein Beileit der Familie!
    SU d.R. Vogel RSU Kompanie Südhessen

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  2. Bernd is a good man...we will miss him. When is the funeral?

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  3. Ist noch nicht bekannt, auch nicht, ob eine öffentliche Trauerfeier überhaupt erwünscht ist.

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  4. R.I.P Bernd du hast dich noch Anfang Januar von uns verabschiedet in der Truppenküche nach dem Frühstück ich kann es kaum glauben als ich es heute gelesen habe du warst ein toller Mensch Nett zuvorkommend ach da gibt es so viel du hattest immer ein Lächeln wenn du in den Speisesaal kamst es wird uns fehlen. Mein Beileid der Familie. Jabog 33

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  5. Die Kameraden der RSU-Kp Hamburg, die Bernd
    im Mai 2015 in Büchel kennenlernen durften,
    haben einen vorbildlichen Kameraden verloren,

    der Soldat durch und durch war, loyal, aber mit Ecken und Kanten und einer eigenen Meinung,
    der trotz vieler Widrigkeiten mit Ruhe und Übersicht seinen Dienst versehen hat,
    um im Sinne des Auftrages auch scheinbar Unmögliches möglich zu machen,
    der jederzeit ein offenes Ohr für jeden hatte, so nichtig das Ansinnen auch gewesen sein mag,
    der nicht viele Worte verloren hat, sondern entsprechend der Lagebeurteilung handelte,
    dessen Wort Gültigkeit hatte, auch ohne Handschlag,
    von dessen Sorte man möglichst viele bei sich haben möchte wenn's mal eng wird, es aber nicht viele gibt,
    an den man sich immer erinnern wird, so kurz der gemeinsam gegangene Weg auch gewesen sein mag.

    Alexander Boczek
    (Hptm. d.R., RSU-Kp Hamburg)

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  6. ich war mit ihm auf Z5 in den 70gern als 31er zusammen und habe ihn bis Heute nicht vergessen.
    Gute fahrt Gruß Hubert Schiemann

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  7. würde gerne wissen woran Bernd (Gubex) gestorben ist.Danke
    Hatte er Frau und Kinder ?

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    1. Kamerad Schiemann: Bernd ist an Leukämie erkrankt und hatte eigentlich keine schlechte Prognose. Es waren sogar zwei passende Knochenmarksspender gefunden. Leider hat er es bis dahin nicht mehr geschafft. Soweit ich weiß, war er nicht verheiratet, zumindest nicht in den letzten Jahren, in denen ich ihn kannte. Von Kindern hatte er nie gesprochen.

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    2. Danke Kamerad Gehm. Er war wohl immer der typische Einzelkämpfer. Mir war er ein sehr guter Kamerad gewesen,sonst hätte ich ihn auch nicht mehr in meiner Erinnerung gehabt, wo er auch bleiben wird.Danke Bernd für die Zeit die wir zusammen an Bord und in Kiel auf Tour waren

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  9. Ich bin schockiert, dass was passiert ist und es jetzt erst zu erfahren-Bernd ! Danke für unsere gemeinsame Zeit in Kabul 2005 und für die Zeit danach- in liebe deine Annett

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  10. Ich habe ihn als einen sympathischen Menschen und guten Kameraden in Berlin kennen gelernt während einer Wehrübung.
    Er möge in Frieden ruhen.

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